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ChatGPT Ads Manager: Plugin, Zielgruppen-Lockerung und neue Auswertung – das Update vom September

Von Alex Buchanan5. September 20266 Min. Lesezeit

In der Woche ab dem 31. August 2026 hat OpenAI ein Produkt-Update an die Werbetreibenden im ChatGPT Ads Manager verschickt. Es enthält sieben Punkte – und anders als die Schlagzeilen der Vorwoche geht es diesmal nicht um Reichweite, sondern um Handwerkszeug: ein Plugin, das Kampagnen direkt im Chat steuert, gelockerte Regeln für eigene Zielgruppenlisten, mehr Felder für die Messung, eine eigene Auswertung für Karussell-Anzeigen, gleichmäßigere Budgetverteilung und ein angekündigter neuer Kampagnentyp. Für deutsche Unternehmen, die den Kanal seit Ende August selbst buchen können, ist das der praktisch relevantere Teil.

Ein Plugin, das das Werbekonto bedient

Der auffälligste Punkt ist kein Messwert, sondern ein Werkzeug. Das neue „ChatGPT Ads Manager“-Plugin erlaubt es laut OpenAI, Kampagnen „aus ChatGPT oder Codex heraus zu erstellen, zu verwalten und auszuwerten“. Beschrieben ist ein ungewöhnlich breiter Funktionsumfang für eine erste Version: aus einer Website oder einem kurzen Briefing per Alltagssprache startfertige Anzeigen bauen, Varianten erzeugen, laufende Kampagnen anpassen, Auslieferungsprobleme eingrenzen, Leistung prüfen und priorisierte Empfehlungen zurückbekommen. Eingerichtet wird es über das Plugin-Verzeichnis in ChatGPT, danach folgt die Verbindung mit dem Werbekonto.

Ein Satz aus der Beschreibung ist wichtiger als die Funktionsliste: Das Plugin zeigt vorgeschlagene Änderungen zunächst an und fragt vor der Übernahme nach einer Bestätigung. Es handelt also nicht eigenmächtig im Konto. Wer schon einmal erlebt hat, wie schnell eine falsch gesetzte Budgetzeile Geld kostet, wird diese Zwischenstufe zu schätzen wissen. Offen lässt OpenAI, ob das Plugin auch für Werkzeuge anderer Anbieter erreichbar ist – es läuft vorerst in den eigenen Oberflächen. Meta und X hatten ihre Werbesysteme im Frühjahr und Sommer 2026 über offene Schnittstellen geöffnet, die jedes kompatible KI-Werkzeug ansprechen kann. OpenAI geht hier einen anderen Weg.

Eigene Zielgruppen: Die 25.000er-Hürde fällt – aber nur in eine Richtung

Seit Juli galt im Ads Manager eine harte Regel: Eine selbst hochgeladene Zielgruppenliste ließ sich erst verwenden, wenn sie 25.000 zugeordnete Nutzer erreichte. Diese Schwelle bekommt jetzt eine Ausnahme. Listen unterhalb von 25.000 Treffern dürfen künftig zum Ausschließen genutzt werden – zum gezielten Ansprechen weiterhin nicht.

Diese Asymmetrie ist keine Willkür, sondern folgt der Logik der ursprünglichen Regel: Eine kleine Liste zum Ansprechen würde die Auslieferung auf wenige identifizierbare Personen verengen. Eine kleine Liste zum Ausschließen nimmt Personen aus der Auslieferung heraus und verengt gar nichts. Praktisch profitieren davon Sperrlisten – etwa Bestandskunden, Reklamationsfälle oder gekündigte Verträge, die man bisher schlicht nicht aus einer Kampagne heraushalten konnte.

Vier weitere Änderungen betreffen die Pflege der Listen: Mitglieder lassen sich hinzufügen, entfernen oder ersetzen, ohne die Liste neu anzulegen. Verschiedene Kennzeichen-Typen dürfen in einer Übermittlung gemischt werden. Listen können über fünf Millionen Mitglieder hinauswachsen. Und die angezeigten Größenbereiche sind feiner aufgelöst, was die Reichweitenschätzung vor dem Budgeteinsatz verlässlicher macht. Neu unterstützt wird außerdem die Google Advertising ID – die zurücksetzbare Werbe-Kennung von Android. Für App-Werbetreibende ist das eine Zuordnungsmöglichkeit, die nicht von E-Mail-Adressen oder Telefonnummern abhängt.

Mehr Felder für Pixel und Conversions API – und eine offene Frage

Bei der Messung kommen auf beiden Wegen Felder hinzu. Das Mess-Pixel unterstützt jetzt zusätzlich gehashte Telefonnummer, Vor- und Nachname, Region und Postleitzahl. Die Conversions API akzeptiert diese Angaben als Listenfelder, also mehrere Werte je Feld, plus die Android-Werbe-ID. Der Effekt ist unspektakulär, aber messbar: Wer im CRM zwei E-Mail-Adressen desselben Kunden führt, erreicht mit beiden eine höhere Zuordnungsquote als mit einer.

Hier gehört eine Einordnung dazu, die wir nicht auslassen wollen. Seit dem 17. August 2026 ist das automatische erweiterte Abgleichen (Automatic Advanced Matching) auf bestehenden Web-Pixeln standardmäßig aktiv – wer nicht widersprochen hat, sendet also gehashte Formulardaten. Zugleich wächst nun die Liste der Felder, die dabei befüllt werden können. Für den EWR und die Schweiz ist laut europäischer Datenschutzerklärung OpenAI Ireland Limited verantwortlich. Wie sich der erweiterte Feldumfang zu den Einwilligungspflichten in diesen Märkten verhält, sagt das Update nicht. Unsere Empfehlung: Prüfen Sie diese Einstellung bewusst, statt sie mitlaufen zu lassen, und klären Sie sie mit Ihrer Datenschutzberatung.

Karussell-Anzeigen: gezählt, aber nicht berechnet

Das mehrteilige Produkt-Karussell, das seit Anfang August getestet wird, bekommt eine eigene Auswertungsebene. Wenn eine Produktfeed-Kampagne im Karussell ausgespielt wird, weist der Ads Manager jetzt Einblendungen und Klicks je Produktkarte aus. Wichtig ist die Abgrenzung: Diese Kartenzahlen sind laut OpenAI „getrennt von den abrechenbaren Einblendungen“ und fließen nicht in die Rechnung ein. Ein Karussell mit fünf Karten vervielfacht die Kosten für dieselbe Platzierung also nicht. Vollständige Daten liegen ab dem 20. August 2026 vor, rollierend für 30 Tage – wer längere Zeiträume auswerten will, muss selbst exportieren.

Eine Lücke bleibt: OpenAI schreibt, eine Karte werde gezählt, sobald sie „sichtbar“ wird, nennt aber weder einen Pixelanteil noch eine Mindestdauer. Ein Vergleich mit den Sichtbarkeitswerten anderer Messanbieter ist damit nicht sauber möglich. Relevant ist das durchaus: Nach einer Auswertung von Sensor Tower waren rund 23 Prozent der ChatGPT-Anzeigen, die zwischen dem 15. und 30. August 2026 auf Desktop-Rechnern in den USA ausgespielt wurden, Karussells.

Budgetverteilung und ein angekündigter Kampagnentyp

Kampagnen mit einem Gesamtbudget verteilen ihre Ausgaben künftig über die Laufzeit, statt das Budget im Zweifel früh aufzubrauchen. Das schließt eine Lücke, die seit dem Sommer offen war: Tagesbudgets wurden bereits von festen Obergrenzen auf Sieben-Tage-Durchschnitte umgestellt, für Gesamtbudgets gab es bis jetzt gar keine Glättung. Eine Zahl nennt OpenAI dazu nicht – weder eine erlaubte Tagesabweichung noch eine Obergrenze. Bei Google ist dieser Wert veröffentlicht, hier nicht.

Angekündigt, aber noch nicht gestartet ist ein neuer Kampagnentyp: Er soll auch Conversions einbeziehen, die ohne Klick nach einer bloßen Einblendung entstehen, und dabei nach Einblendungen abgerechnet werden. Das ist bemerkenswert, weil OpenAI diese Sicht-Conversions erst am 19. August 2026 eingeführt hatte – ausdrücklich als reine Zusatzauswertung, getrennt von Gebotssteuerung und Abrechnung. Startdatum, Zeitfenster und Teilnahmebedingungen sind offen. Wer über diesen Weg Budget einsetzen will, sollte auf die Details warten.

Was das für deutsche Werbetreibende heißt

Zusammengenommen sind das keine Schlagzeilen-Funktionen, sondern die Mechanik, die darüber entscheidet, ob sich ein Konto sauber führen lässt: Listen pflegen ohne Neuaufbau, Sperrlisten endlich nutzbar, bessere Zuordnung, planbarere Ausgaben. Genau daran hakte es bei einem Kanal, der erst seit Februar 2026 überhaupt existiert. Für Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die seit dem 31. August selbst buchen können, ist der Ads Manager damit ein gutes Stück näher an dem, was man von etablierten Plattformen gewohnt ist.

Drei Punkte bleiben unbeantwortet und gehören in jede realistische Planung: der Sichtbarkeits-Schwellwert beim Karussell, die Toleranz bei der Budgetverteilung und die Bedingungen des angekündigten Kampagnentyps. Wir schalten für Kunden bereits laufend in ChatGPT – und richten Konten so ein, dass diese offenen Stellen nicht zum Kostenrisiko werden. Was Format, Reichweite und Preise angeht, finden Sie den Überblick auf unserer Seite zu ChatGPT Ads.

Wir schalten Ihre ChatGPT Ads

Kontoeinrichtung, Kategorieprüfung, saubere Messung mit Pixel und Conversions API, Chat-Card-Creatives und ein überschaubares Testbudget – damit Sie mit eigenen Zahlen entscheiden statt mit fremden Fallbeispielen.

Mehr zu unserer ChatGPT-Ads-Begleitung

Quellen: PPC Land, „OpenAI drops 25,000-user floor for ChatGPT ad exclusion audiences“ (3. September 2026, Auswertung des Produkt-Updates an Werbetreibende aus der Woche ab 31. August 2026); OpenAI Help Center, „Ads Manager Beta Overview“ und Plugin-Eintrag „ChatGPT Ads Manager“; OpenAI, „A milestone in expanding access to AI“ (31. August 2026); Search Engine Roundtable, „ChatGPT Ads Manager Budget Changes, New Features, API & Ad Formats“ (27./28. Juli 2026, zu Tagesbudget-Umstellung und Produktformat); Sensor Tower (Anteil der Karussell-Anzeigen, USA, Desktop, 15.–30. August 2026). Stand: 5. September 2026; der Kanal entwickelt sich schnell.