Der überraschende Befund: 34,5 %
Eine Auswertung von 17 Monaten Klickstrom-Daten durch Semrush ergab: Im Februar 2026 war die Websuche nur bei 34,5 % der ChatGPT-Anfragen aktiv – und der Wert ist seit Ende 2024 (damals 46 %) sogar gesunken. Anders gesagt: Bei rund zwei von drei Antworten schaut ChatGPT gar nicht ins aktuelle Netz, sondern antwortet aus dem, was es beim Training gelernt hat.
Warum die KI oft gar nicht sucht
Die Websuche wird vor allem dann ausgelöst, wenn der Nutzer sie ausdrücklich anfordert, wenn nach Quellen gefragt wird, wenn das Modell unsicher ist – oder wenn es um aktuelle Ereignisse nach dem Trainings-Stichtag geht. Dieser Stichtag lag Anfang 2026 im Juni 2024. Für viele Alltags- und Empfehlungsfragen greift ChatGPT dagegen einfach auf sein Grundwissen zurück.
Daraus folgen zwei Wege zur Sichtbarkeit
Wenn die KI mal sucht und mal nicht, dann reicht es nicht, nur für den einen Fall optimiert zu sein. Es gibt zwei Wege, und man braucht beide:
- Im Grundwissen verankert sein. Damit die KI Sie auch ohne Live-Suche nennt, muss Ihr Name über viele Quellen hinweg im Netz präsent und konsistent sein – so, dass er beim Training „mitgelernt" wird. Breite, einheitliche Präsenz zahlt hier direkt ein.
- Zitierfähig sein, wenn doch gesucht wird. Für die knapp 35 % der Fälle mit Websuche brauchen Sie Inhalte, die die KI leicht findet, versteht und als Beleg zitieren kann – klar strukturiert und mit überprüfbaren Aussagen.
Warum die Antworten schwanken
Dieser Doppel-Mechanismus erklärt auch, warum KI-Antworten so unbeständig sind: Dieselbe Frage bringt mal Sie, mal den Wettbewerb – je nachdem, ob gerade gesucht wurde und welche Quelle die KI heranzieht. Deshalb sagt ein einzelner Test wenig aus; man muss über viele Wiederholungen und mehrere KIs messen. Mehr dazu in KI-Sichtbarkeit messen.
Was Sie daraus mitnehmen
Die 34,5 %-Zahl ist mehr als eine Kuriosität. Sie zeigt, dass KI-Sichtbarkeit zwei Standbeine hat: dauerhaft „bekannt" sein und im Moment der Suche auffindbar sein. Wer nur an einem davon arbeitet, lässt die Hälfte liegen. Welche Signale die KI dabei besonders überzeugen, lesen Sie in Nach welchen Kriterien empfehlen ChatGPT, Perplexity & Gemini?
