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Sponsored Agents: OpenAI liefert neun Neuerungen für ChatGPT Ads auf einmal

Von Alex Buchanan20. September 20266 Min. Lesezeit

Am 16. September 2026 hat OpenAI seinen Werbekunden eine ganze Liste von Neuerungen per E-Mail geschickt – neun Punkte in einem Rutsch. Die auffälligste: ein völlig neues Anzeigenformat namens Sponsored Agents, bei dem aus einer Anzeige ein eigenes Gespräch wird. Dazu kommen handfeste Werkzeuge für Messung und Aussteuerung, die man sonst erst nach Jahren bekommt. Hier steht, was wirklich neu ist – und was davon in Deutschland heute schon nutzbar ist.

Zur Einordnung: ChatGPT Ads ist seit dem 24. August 2026 in Deutschland und 30 weiteren europäischen Ländern verfügbar, die Selbstbuchung über den Ads Manager läuft in der DACH-Region seit Ende August. Der Kanal ist also keine Zukunftsmusik mehr, sondern buchbar. Wie schnell OpenAI daran weiterbaut, zeigt dieses Update: Drei Wochen nach dem Europa-Start steht Werkzeug bereit, für das die älteren Werbeplattformen Jahre gebraucht haben.

Sponsored Agents: aus der Anzeige wird ein Gespräch

Bisher funktioniert eine Anzeige in ChatGPT so: Unter der KI-Antwort erscheint eine gekennzeichnete Karte, man klickt sie an und landet auf der Website des Werbetreibenden. Sponsored Agents setzen einen Schritt dazwischen. Nach dem Klick auf die Anzeige kann der Nutzer stattdessen ein eigenes, klar gekennzeichnetes Gespräch mit einem vom Unternehmen gesponserten KI-Assistenten beginnen.

In diesem Gespräch kann er schildern, worauf es ihm ankommt, Rückfragen stellen und Optionen durchgehen – und erst wenn er so weit ist, dem Link zur Website folgen. OpenAI betont dabei zwei Dinge: Dieses Gespräch ist getrennt von der ursprünglichen Unterhaltung, die der Nutzer in ChatGPT begonnen hatte, und es ist unterscheidbar von den unabhängigen Antworten von ChatGPT. Die KI wird also nicht gekauft; es wird lediglich ein eigener, als Werbung markierter Gesprächsraum angeboten.

Wichtig für die Einordnung: Sponsored Agents werden derzeit nur mit ausgewählten Werbetreibenden in den USA getestet. In Deutschland ist das Format noch nicht verfügbar. Trotzdem lohnt sich der Blick darauf, weil er die Richtung zeigt: Werbung in der KI entwickelt sich weg vom Banner und hin zum Beratungsgespräch. Wer heute schon weiß, welche Fragen seine Kunden vor dem Kauf stellen, hat später den Vorsprung.

Abrechnung nach Einblendungen – mit Ziel auf Abschlüsse

Die praktisch wichtigste Neuerung für laufende Kampagnen: Die Conversion-Optimierung mit Abrechnung nach Einblendungen ist jetzt allgemein verfügbar. Dieser Kampagnentyp optimiert auf Abschlüsse, die sowohl aus Klicks als auch aus reinen Einblendungen entstehen – bisher zählten nur Abschlüsse nach einem Klick. Abgerechnet wird dabei nach Einblendungen, während die Auslieferung auf das Abschlussziel hin gesteuert wird. OpenAI selbst bezeichnet das als das empfohlene Modell, um die Leistung zu maximieren.

Im Klartext: Man vertraut der Plattform, die Gespräche zu finden, in denen das bloße Auftauchen später zu einem Kunden führt – auch ohne Klick. Das funktioniert nur, wenn die eigene Messung sauber steht. Genau dazu passt der zweite Baustein aus demselben Update.

Event Quality Score: eine Schulnote für die eigene Messung

Neu im Ads Manager unter „Tools > Conversions" ist der Event Quality Score. Er gibt geeigneten Datenquellen – also dem Pixel und der Conversions API – eine Setup-Qualitätsnote von 1 bis 10, bewertet die Abdeckung der Nutzerdaten und nennt konkrete Empfehlungen zur Verbesserung.

Das ist unspektakulär und trotzdem der Punkt, an dem die meisten Kampagnen kippen. Wer auf Abschlüsse optimieren lässt, ohne dass die Abschlüsse sauber zurückgemeldet werden, bezahlt für Raten. Die Reihenfolge ist deshalb: erst die Messung aufsetzen und die Note prüfen, dann das Abrechnungsmodell umstellen.

Flexible Attributionsfenster

Beim Anpassen der Spalten im Ads Manager lässt sich jetzt wählen, über welchen Zeitraum ein Abschluss der Anzeige zugerechnet wird: ein Klick-Fenster von 7, 14 oder 30 Tagen und ein View-Fenster von 0 oder 1 Tag. Die Einstellung gilt für alle angezeigten Conversion-Spalten.

Das klingt technisch, entscheidet aber darüber, wie gut eine Kampagne auf dem Papier aussieht. Ein 30-Tage-Fenster rechnet der Anzeige mehr Abschlüsse zu als ein 7-Tage-Fenster – bei identischer Realität. Wer Zahlen über mehrere Monate vergleicht, sollte das Fenster einmal festlegen und dann nicht mehr anfassen. Und wer Berichte von Dienstleistern bekommt, sollte fragen, welches Fenster eingestellt war.

Targeting nach Plattform

Android-App, Android-Web, Desktop-Web, iOS-App und iOS-Web lassen sich nun getrennt ansteuern – im Ads Manager wie über die Advertiser-API. Auch die Auswertung lässt sich nach Plattform aufschlüsseln. Für Werbetreibende mit unterschiedlich guter Nutzerqualität je Gerät ist das der erste Hebel, um gezielt nachzusteuern, statt alles über einen Kamm zu scheren.

Shopify und HubSpot direkt angebunden

Für Shop-Betreiber: Shopify-Händler in den USA können über die ChatGPT-Ads-App im Shopify App Store ihren Produktkatalog und ihre Messwerkzeuge verbinden, Kampagnen anlegen und die Leistung verfolgen. Die internationale Verfügbarkeit ist laut OpenAI noch für diesen Monat geplant – für deutsche Shops also bald relevant.

Die HubSpot-Anbindung ist dagegen nicht auf die USA beschränkt: Unternehmen, die HubSpot nutzen, können ein ChatGPT-Ads-Konto verbinden, Anzeigen anlegen, die Leistung verfolgen und Leads direkt in HubSpot weiterbearbeiten.

Zwei Neuerungen bei den Anzeigentexten

Erstens die KI-gestützte Anzeigenerstellung: Beim Anlegen einer Anzeige schlägt das System Texte und Bilder vor, abgeleitet aus der Zielseite und dem Kampagnenziel. Die Vorschläge lassen sich prüfen und bearbeiten, bevor sie übernommen werden. Diese Funktion befindet sich noch im Test, eine breitere Verfügbarkeit ist laut OpenAI in den kommenden Wochen geplant.

Zweitens die Textanpassung: Werbetreibende können sich dafür entscheiden, bestehende Überschriften und Beschreibungen automatisch an den Zusammenhang des jeweiligen Gesprächs anpassen und in die bevorzugte Sprache des Nutzers übersetzen zu lassen. Ob diese Einstellung aktiv ist, bleibt die Entscheidung des Werbetreibenden.

Das ist der Punkt, an dem sich ChatGPT Ads am deutlichsten von klassischer Suchwerbung unterscheidet. Eine Anzeige, die sich an ein laufendes Gespräch anpassen darf, hat mehr Zusammenhang zur Verfügung als jede Keyword-Anzeige. Ob das die Klickraten tatsächlich hebt, muss jeder für sich messen – belastbare Vergleichswerte gibt es dafür noch nicht.

Was das praktisch heißt

Drei Dinge lassen sich aus diesem Update mitnehmen. Erstens: Der Kanal reift schnell. Wer im August „zu früh" gesagt hat, sollte noch einmal hinschauen – Messung, Attribution und Aussteuerung stehen inzwischen. Zweitens: Die Messung ist der Engpass, nicht das Budget. Pixel oder Conversions API sauber aufsetzen, Event Quality Score prüfen, dann erst Abrechnungsmodell und Optimierungsziel wählen. Drittens: Ein Teil der Neuerungen ist noch US-only oder im Test – Sponsored Agents, die Shopify-App, die KI-gestützte Anzeigenerstellung. Wer heute in Deutschland startet, arbeitet mit den übrigen Bausteinen, und das reicht für einen sauberen Test.

Wir richten ChatGPT-Ads-Konten für Kunden ein und schalten die Kampagnen – vom Messaufbau über die Kampagnenstruktur bis zu den Anzeigentexten. Was dazugehört, steht auf unserer Seite zur ChatGPT-Ads-Begleitung.

Wir schalten Ihre ChatGPT Ads

Der Kanal ist in Deutschland buchbar – und entwickelt sich schneller, als man nebenbei mitlesen kann. Wir übernehmen Setup, Messung und laufende Steuerung.

Mehr zu unserer ChatGPT-Ads-Begleitung

Quellen: OpenAI, „Reimagining advertising with AI" sowie die Update-E-Mail von OpenAI an Werbetreibende vom 16. September 2026 (im Wortlaut dokumentiert bei Search Engine Roundtable, „OpenAI Testing Sponsored Agents For ChatGPT Ads", 16. September 2026). Ergänzend: OpenAI Help Center, „Conversion-optimized Campaigns"; Parvi.ai, „10 ChatGPT Ads updates from 9/2026", 17. September 2026. Stand: 20. September 2026 – der Kanal ändert sich schnell.