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OpenAI schließt Wettbewerber aus den ChatGPT Ads aus – was das für Werbetreibende heißt

Von Alex Buchanan21. September 20266 Min. Lesezeit

Mitte September wurde bekannt: OpenAI nimmt in ChatGPT keine Anzeigen mehr für Bild- und Audio-Werkzeuge an, die mit den eigenen Funktionen konkurrieren. Betroffen ist unter anderem Adobe – einer der allerersten Werbepartner des Kanals. Die Änderung stand in keiner öffentlichen Richtlinie. Was genau passiert ist, warum es ausgerechnet jetzt passiert und was deutsche Werbetreibende daraus mitnehmen sollten.

Was passiert ist

Am 9. September 2026 berichtete das US-Branchenmedium The Information, dass OpenAI einigen Werbepartnern mitgeteilt hat: Anzeigen für Produkte, die Bilder oder Audio erzeugen und damit mit ChatGPT-Funktionen konkurrieren, werden nicht mehr angenommen. Diese Regel war zuvor weder angekündigt noch in den veröffentlichten Werbe-Richtlinien von OpenAI zu finden.

Bestätigt hat es der Betroffene selbst. Doug Wyatt, Senior Director for Americas Media bei Adobe, schrieb dazu öffentlich auf LinkedIn, ChatGPT verenge sowohl die bezahlten als auch die organischen Entdeckungswege für Kategorien, in denen es inzwischen selbst antritt: Bild und Sprache/Audio seien geschlossen, Video sei – vorerst – noch offen.

Für Adobe ist das besonders bemerkenswert, weil das Unternehmen im Februar 2026 zu den allerersten Teilnehmern des OpenAI-Anzeigenpilots gehörte, gemeinsam mit Albertsons, Target und Williams-Sonoma. Beworben wurden damals unter anderem Acrobat Studio und der Bildgenerator Firefly. Genau für Firefly ist der Weg nun zu.

Warum ausgerechnet jetzt

Der Zeitpunkt fällt mit zwei eigenen Produktstarts zusammen. OpenAI hat in derselben Woche ein Update seines Bildmodells vorgestellt (ChatGPT Images 2.5), und im Juli 2026 kam mit ChatGPT Live eine Reihe von Sprachmodellen dazu. Es sind exakt die beiden Kategorien, die jetzt für fremde Anzeigen gesperrt sind. Video – wo OpenAI die Kategorie anders bespielt – bleibt laut Adobe offen.

Bemerkenswert ist, dass die Einschränkung offenbar über Werbung hinausgeht. Nach einem Bericht von Adgully vom 10. September schränkt ChatGPT zusätzlich ausgehende Verweise bei bestimmten Anfragen rund um Bildbearbeitungs-Werkzeuge von Drittanbietern ein. Es geht also nicht nur um die gekaufte Karte unter der Antwort, sondern auch darum, worauf die Antwort selbst verlinkt.

Ist das ungewöhnlich?

Im Grundsatz nicht. Medienhäuser nehmen üblicherweise keine Anzeigen von direkten Wettbewerbern an – Zeitungen bewerben keine Konkurrenzblätter, Streaming-Dienste keine anderen Streaming-Dienste. Alan Chapell, Präsident der auf Datenschutz- und Kartellfragen spezialisierten Kanzlei Chapell & Associates, ordnete gegenüber The Information ein, dass Plattformen solche Partner meist erst ab einer gewissen Größe abschneiden – er habe mit diesem Konflikt erst in ein, zwei Jahren gerechnet.

Ungewöhnlich ist also weniger das Prinzip als die Geschwindigkeit und die Art der Kommunikation: Die Regel wurde einzelnen Partnern mitgeteilt, nicht öffentlich dokumentiert.

Was heißt das für Werbetreibende in Deutschland?

Für die allermeisten Unternehmen ändert sich durch diese Meldung nichts. Handwerk, Dienstleistung, Handel, Gastronomie, Industrie, lokale Anbieter – wer nicht ausgerechnet ein Bild- oder Audio-Generierungsprodukt vermarktet, ist von der Regel nicht betroffen. Der Kanal ist seit dem europaweiten Start am 24. August 2026 in Deutschland und 30 weiteren europäischen Ländern verfügbar, die Selbstbuchung über den Ads Manager seit Ende August. Daran hat sich nichts geändert.

Drei Punkte sind trotzdem praktisch relevant:

1. Kategorie-Risiko einmal ehrlich prüfen. Die Frage lautet nicht nur „konkurriere ich heute mit OpenAI?", sondern „wie wahrscheinlich ist es, dass OpenAI in den nächsten Monaten in meine Kategorie einsteigt?". Für Software-Anbieter, deren Funktionen sich mit einem Assistenten nachbauen lassen – Textwerkzeuge, Übersetzung, Recherche, Terminassistenz, Zusammenfassungen –, ist das eine reale Planungsfrage. Für einen Dachdecker in Leipzig ist sie es nicht.

2. Eine Richtlinie, die nicht vollständig veröffentlicht ist, kann sich leise ändern. Wer für eine Kampagne größere Budgets plant, sollte Freigaben nicht auf Zuruf verlassen, sondern sich Kategorie-Freigaben vom Ads-Kontakt schriftlich geben lassen – und Kampagnen nicht so bauen, dass alles an einem Kanal hängt.

3. Die bezahlte Karte und die organische Nennung sind zwei getrennte Dinge. Der Adobe-Fall zeigt beides gleichzeitig: Die Anzeige wurde abgelehnt, und auch die Verweise in den Antworten wurden enger. Für alle anderen Kategorien heißt das umgekehrt: Wer in den Antworten vorkommt, ist unabhängig vom Werbekonto sichtbar. Wer nur über Anzeigen sichtbar ist, hängt von den Regeln einer einzigen Plattform ab.

Einordnung: ein Kanal, der gleichzeitig Konkurrent ist

ChatGPT wird von über einer Milliarde Menschen im Monat genutzt, die meisten davon ohne Abo – deshalb baut OpenAI das Werbegeschäft so schnell aus. Das Unternehmen hat im April erklärt, für 2026 rund 2,5 Milliarden US-Dollar Werbeumsatz zu erwarten, mit dem erklärten Ziel von 100 Milliarden bis 2030. Je mehr Produktkategorien ChatGPT selbst besetzt, desto mehr Unternehmen können in dieselbe Lage geraten wie Adobe: zahlender Werbekunde und direkter Wettbewerber in einem.

Das ist keine Warnung vor dem Kanal – ChatGPT Ads funktioniert, ist buchbar und in der frühen Phase vergleichsweise günstig. Es ist eine Erinnerung daran, wie jung das Regelwerk noch ist. Wer heute startet, sollte das mit offenen Augen tun und den Kanal als einen von mehreren behandeln.

Fazit

OpenAI hat still eine Regel eingeführt, die Anzeigen für konkurrierende Bild- und Audio-Produkte in ChatGPT ausschließt. Für die große Mehrheit deutscher Werbetreibender ist das ohne Folgen – der Kanal bleibt offen und selbst buchbar. Relevant ist die Meldung vor allem als Signal: Die Werberegeln in ChatGPT sind noch in Bewegung, nicht alles davon steht öffentlich, und die Plattform ist in immer mehr Kategorien auch Mitbewerber. Wer hier wirbt, plant das am besten mit einem zweiten Standbein.

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Als Agentur richten wir Konto, Kampagnen und Chat-Card-Creatives für Sie ein und behalten die Regeländerungen im Blick – damit Sie den Kanal nutzen, ohne sich täglich mit ihm beschäftigen zu müssen.

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Quellen: The Information (Erstbericht vom 9. September 2026), PYMNTS („OpenAI Cuts Off Rivals' Ads on ChatGPT", 10. September 2026), Search Engine Land, Adgully (10. September 2026) sowie ein öffentlicher LinkedIn-Beitrag von Doug Wyatt, Adobe. Umsatzprognosen laut OpenAI-Angaben vom April 2026. Stand: 21. September 2026 – der Kanal entwickelt sich schnell.