Was sich in der Suche verändert hat
Früher war der Ablauf einfach: Frage eingeben, Ergebnisliste ansehen, auf eine Seite klicken. Heute steht über der Liste oft eine KI-Zusammenfassung, und in ChatGPT, Gemini oder Perplexity gibt es gleich nur noch die Antwort. Der Kunde erfährt, was er wissen wollte – ohne Ihre Website zu öffnen. Ob Ihr Name in dieser Antwort fällt, sehen Sie in Ihrer Besucherstatistik nicht.
Was Studien dazu zeigen
Mehrere Untersuchungen zeichnen dasselbe Bild. Laut einer Auswertung von SparkToro und Similarweb endeten in den USA zwischen Januar und April 2026 rund 68 % der Google-Suchen ohne Klick auf ein Ergebnis; 2024 waren es gut 60 %. In einem randomisierten Feldexperiment (Agarwal und Sen, April 2026) senkten KI-Übersichten die ausgehenden organischen Klicks um etwa 40 %. Diese Angaben stammen aus einer Zusammenstellung von Kompozy – es sind US-Daten, für Deutschland liegen vergleichbare Werte bislang nicht vor.
Zugleich relativiert eine andere Zahl die Aufregung: Laut dem „2026 AEO Benchmarks Report", den Conductor in seiner Auswertung zitiert, stammten nur 1,08 % aller Website-Besuche aus KI-Quellen. Conductor zieht daraus den Schluss, dass man KI nicht über den Traffic bewerten sollte. Und: Bei Publisher-Suchen kamen 57,8 % der in AI Overviews zitierten Seiten von außerhalb der organischen Top 10 – wie das zusammenpasst, haben wir in diesem Beitrag beschrieben.
Warum „weniger Besucher" nicht gleich „weniger Wirkung" ist
Wenn die KI Sie in einer Antwort nennt, passiert die Beeinflussung vor dem Klick – manchmal ganz ohne Klick. Der Interessent merkt sich Ihren Namen, sucht später direkt danach, ruft an oder fragt im Bekanntenkreis. In Ihrer Statistik taucht das als „Direktaufruf" oder gar nicht auf. Dass Besucher aus KI-Quellen dann oft gezielter kommen, zeigt unser Beitrag Warum KI-Besucher mehr kaufen.
Umgekehrt gilt: Sinkende Klicks können schlicht daran liegen, dass einfache Informationsfragen („Was kostet …?", „Wie funktioniert …?") nun in der Suche beantwortet werden – während Ihre Anfragen und Aufträge stabil bleiben. Entscheidend ist deshalb, was am Ende im Geschäft ankommt.
