Messung

Weniger Klicks, mehr Wirkung: Welche Kennzahlen Sie in der KI-Suche beobachten sollten

Von Alex Buchanan4. Oktober 20266 Min. Lesezeit

Viele Unternehmen sehen in ihren Statistiken weniger Besucher aus Google und schließen daraus: Wir werden schlechter gefunden. Das kann stimmen – muss es aber nicht. Denn immer häufiger wird die Antwort direkt in der Suche gegeben. Wer nur Klicks zählt, misst dann das Falsche.

Was sich in der Suche verändert hat

Früher war der Ablauf einfach: Frage eingeben, Ergebnisliste ansehen, auf eine Seite klicken. Heute steht über der Liste oft eine KI-Zusammenfassung, und in ChatGPT, Gemini oder Perplexity gibt es gleich nur noch die Antwort. Der Kunde erfährt, was er wissen wollte – ohne Ihre Website zu öffnen. Ob Ihr Name in dieser Antwort fällt, sehen Sie in Ihrer Besucherstatistik nicht.

Was Studien dazu zeigen

Mehrere Untersuchungen zeichnen dasselbe Bild. Laut einer Auswertung von SparkToro und Similarweb endeten in den USA zwischen Januar und April 2026 rund 68 % der Google-Suchen ohne Klick auf ein Ergebnis; 2024 waren es gut 60 %. In einem randomisierten Feldexperiment (Agarwal und Sen, April 2026) senkten KI-Übersichten die ausgehenden organischen Klicks um etwa 40 %. Diese Angaben stammen aus einer Zusammenstellung von Kompozy – es sind US-Daten, für Deutschland liegen vergleichbare Werte bislang nicht vor.

Zugleich relativiert eine andere Zahl die Aufregung: Laut dem „2026 AEO Benchmarks Report", den Conductor in seiner Auswertung zitiert, stammten nur 1,08 % aller Website-Besuche aus KI-Quellen. Conductor zieht daraus den Schluss, dass man KI nicht über den Traffic bewerten sollte. Und: Bei Publisher-Suchen kamen 57,8 % der in AI Overviews zitierten Seiten von außerhalb der organischen Top 10 – wie das zusammenpasst, haben wir in diesem Beitrag beschrieben.

Warum „weniger Besucher" nicht gleich „weniger Wirkung" ist

Wenn die KI Sie in einer Antwort nennt, passiert die Beeinflussung vor dem Klick – manchmal ganz ohne Klick. Der Interessent merkt sich Ihren Namen, sucht später direkt danach, ruft an oder fragt im Bekanntenkreis. In Ihrer Statistik taucht das als „Direktaufruf" oder gar nicht auf. Dass Besucher aus KI-Quellen dann oft gezielter kommen, zeigt unser Beitrag Warum KI-Besucher mehr kaufen.

Umgekehrt gilt: Sinkende Klicks können schlicht daran liegen, dass einfache Informationsfragen („Was kostet …?", „Wie funktioniert …?") nun in der Suche beantwortet werden – während Ihre Anfragen und Aufträge stabil bleiben. Entscheidend ist deshalb, was am Ende im Geschäft ankommt.

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Fünf Kennzahlen, die jetzt mehr sagen als der Klickzähler

Was Sie daraus ableiten können

Hören Sie nicht auf, Ihre Website zu pflegen – im Gegenteil: Sie ist die Quelle, aus der die KI schöpft. Aber richten Sie Ihre Erfolgsmessung neu aus: weg von der reinen Besucherzahl, hin zu Nennungen, Anfragen und Kundenherkunft. Und bleiben Sie ehrlich bei den Daten: Die hier genannten Zahlen stammen überwiegend aus den USA und aus einzelnen Studien; wie stark sich der Effekt in Ihrer Branche zeigt, finden Sie nur über Ihre eigenen Zahlen heraus.

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Quellen: Conductor, „2026 AI Search & AI Overview Benchmarks: Publishing" (26. August 2026), conductor.com. Kompozy, „Google AI Mode publisher clicks study" (Zusammenstellung u. a. von SparkToro/Similarweb und Agarwal & Sen, 2026), kompozy.io. Die Zahlen beziehen sich auf US-Daten.